BMX-Räder

Wie es zu dem BMX Wahnsinn gekommen ist!

Dagmar Schmitz – Pendlerportrait Foto: Philipp Hympendahl

Mit dem BMX hat es angefangen, als ich an einem Sonntag bei einer kleinen Radtour mit einem guten Freund zufällig einen kleinen Skatepark entdeckte.

Fort an gingen mir die kleinen Rampen nicht mehr aus dem Kopf und so kam es, dass ich über Kleinanzeigen im Internet ein gebrauchtes BMX Rad erstanden hatte.

Bei trockenem Wetter bin ich dann an den Wochenenden so um 8 Uhr früh zu dem Skatepark hingefahren, um möglichst unerkannt und in aller Ruhe meine ersten Fahrversuche unternehmen zu können. Ja was soll ich sagen, ich konnte seitdem mit dem Unfug einfach nicht mehr aufhören.

Als ich wieder mal abens vor dem PC saß, gab ich in der Suchmaschine „Skaterhalle“ ein. Zu meiner Überraschung fand ich die Wicked Woods in Wuppertal, die ist ca. 20 km von Witten entfernt. Auf der Homepage wurden auch Fahrkurse angeboten. Per E-Mail fragte ich an, ob ich als alte Oma mit Ü50 Jahren da wohl mitmachen könnte.
Mit der Antwort erhielt ich gleich eine Anmeldebestätigung für einen Kurs der in 4 Wochen stattfinden sollte. „Ach du lieber Gott“ nun gab es kein zurück mehr.

An der Kasse der Wicked Woods wurde auch erst mal verwundert nach dem Kind gefragt, welches an dem Kurs teilnehmen soll, den ich gerade bezahlte.
Von den anderen Kursteilnehmern (kleine Jungs max. ca. 11 Jahre alt) wurde ich natürlich auch erstmal erstaunt angeguckt, auch die Trainer zwei junge Männer Anfang 20 Jahre waren sichtlich verblüfft, mich als Kursteilnehmer dabei zu haben.
Aber das Eis war dann ganz schnell geschmolzen und ich hatte einen herrlichen Tag. Meine heimlichen Übungsstunden hatten sich ausgezahlt, so kam ich mit zwei der Jungs schon in die „fortgeschritten Gruppe“. Wir hatten eine Menge Spaß und zum Schluss war mein Alter dann auch völlig egal.

Seitdem bin ich so oft es ging am Wochenende zur Wicked Woods gefahren. Natürlich war und bin ich immer die älteste. Außerdem sind Frauen bzw. Mädchen nur vereinzelt unter den BMX-ern anzutreffen. Aber auch das stört Niemanden. Es macht einfach nur Spaß über die Rampen zu brettern. Auch wenn man wie ich, keine tollen Tricks beherrscht.

Irgendwann habe ich mir ein neues BMX Rad der Mittelklasse gegönnt. Das war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Auf diesem Fahrrad wird man automatisch „verrückt“ und man nimmt jede Gelegenheit war, um Blödsinn zu machen. Besonders schön sind Treppenabsätze mit so 3 bis 4 Stufen hier kann man auch ohne viel fahrerisches Können und leicht morschen Gelenken runterspringen. In einer Straße auf dem Weg zur Arbeit sind viele Häuserausfahrten im Gehweg eingelassen. Die kleinen Schrägen der Ausfahrten eignen sich super als kleine Rampen, mit ein bisschen Speed kann hier das richtige Abspringen üben.

Einen sehr guten Tipp bekam ich von einem der BMX-Mädels in der Wicked Woods, sie empfahl mir, so oft es geht einfach draußen auf der Straße zu fahren. Mit der Zeit wurden meine BMX Spaßräder dann zu meinem Hauptverkehrsmittel.

Methusalem

Daten:

Fahrrardtyp: BMX, Oberrohr 20 Zoll, 2 Tube CrMo Rahmen und Gabel
Reifengröße: 20 Zoll
Schaltung: Singlespeed ohne Rücktritt, Übersetzung 36:10
Bremse vorne und hinten: Seitenzug-Bremse und U-Brake Felgenbremse
Baujahr: 2009 nach Recherche im Internet

Wieder einmal wurde ich fündig in den Kleinanzeigen.
Wie schon oben erwähnt habe ich Methusalem von einem jungen Mann zu einem günstigen Preis abgekauft.
Eine kleine Beschädigung an der Felge, die wohl von einem Fehlversuch an der Borsteinkante herrührt, stört beim Fahren nicht weiter. Die zweifarbige Lackierung finde ich auch heute immer noch sehr hübsch.
Da Methusalem, so wie ich schon etwas älter ist und ebenfalls ein paar Verschleißspuren aufweist, ergibt sich eine gewisse Verbundenheit. So war der Spitzname Methusalem natürlich leicht zu finden.
Wir beide haben zusammen schön vorsichtig die ersten Rampen auf einem kleinen Skatepark auf unsere alten Tage ausprobiert.
Als Tuningmaßnahme wurde der Originallenker gegen einen höheren Lenker von mir ausgetauscht, so fährt es sich besser.


grünes Glöckchen

Daten:

Fahrrardtyp: BMX, Oberrohr 20,5 Zoll,100% CrMo Rahmen, Gabel und Lenker
Reifengröße: 20 Zoll
Schaltung: Singlespeed ohne Rücktritt, Übersetzung 28:9
Bremse vorne und hinten: Seitenzug-Bremse und U-Brake Felgenbremse
Baujahr: Modell von 2015, 2017 gekauft

Dieses BMX ist mein Lieblingsspaßrad, 2017 habe ich es als Auslaufmodel für einen günstig Preis in einem Internetshop gekauft. In den meisten Fahrradläden bekommt man solche BMX-Räder übrigens nicht, deshalb der Internetshop.
Das grüne Glöckchen ist ein mittelklassiges BMX-Rad aus 100 % CrMo.
Das bedeutet, dass der Stahl mit Chrom und Molybdän legiert worden ist und vergütet (Härten und Anlassen) wurde, damit erreichen die Rahmenrohre eine wesentlich höhere Festigkeit im Vergleich zum HiTen Stahl (einfacher Stahl für Fahrradrahmen) der unlegiert ist und nicht vergütet werden kann.
Aufgrund dieser Eigenschaften können die Rohre dünner und somit mit weniger Gewicht hergestellt werden. Das ist ein Vorteil, da das Fahrrad so nur ca. 11 kg auf die Waage bringt und so für reichlich Fahrspaß sorgt.
An dem Lenker habe ich eine kleine uralte Kuhglocke angebracht. Die Kuhglocke hing sonst an meinem Schlitten den ich seit Kindertagen habe.
Während der Fahrt bimmelt die Kuhglocke durch die Bewegung schön vor sich hin.
Das hat den Vorteil, dass nun schlaftrunkene Kaninchen und Vögel rechtzeitig von mir früh morgens geweckt werden. Damit es nicht zu Unfällen mit ihnen kommt, wenn ich zur Arbeit muss und es eilig habe.
Wie es zu dem Spitznamen gekommen ist könnt ihr euch jetzt sicherlich denken.

klein Beauty

Daten:

Fahrrardtyp: BMX, Oberrohr 20 Zoll, CrMo Rahmenrohre und Gabel
Reifengröße: 20 Zoll
Schaltung: Singlespeed ohne Rücktritt, Übersetzung 28:9
Bremse vorne und hinten: Seitenzug-Bremse und U-Brake Felgenbremse
Baujahr: 2018 gekauft

Auch dieses Schätzchen habe ich im Internet gekauft.
Es ist ebenfalls ein Mittelklasse BMX, allerdings nicht ganz so hochwertig ausgestattet, wie das grüne Glöckchen. Dadurch ist klein Beauty vom Gewicht her etwas schwerfälliger.
Der größte Unterschied zum grünen Glöckchen besteht in der Oberrohrlänge, sie ist bei klein Beauty um 0,5 Zoll bzw. 1,27 cm kürzer.
Dadurch ist klein Beauty etwas agiler in den Fahreigenschaften und ich bekomme so noch leichter das Vorderrad angehoben.
Den Spitznamen hat dieses BMX einfach wegen der schönen hellgrünen Rahmenfarbe und er hübschen Reifen bekommen.
Als Tuningmaßnahme hat klein Beauty ein etwas größeres Kettenblatt mit 28 Zähnen bekommen, ursprünglich war es mit einem Kettenblatt mit 25 Zähnen ausgestattet.
Vielleicht fragt ihr euch, warum so kleine Kettenblätter und Ritzel bei BMX-Rädern verwendet werden?
Mit den kleinen Ketteblättern erreicht man eine große Bodenfreiheit, dadurch bleibt man z.B. nicht so leicht beim Einfahren an Rampen im Skatepark hängen.
Mit dem 28 Zähne Kettenblatt geht das aber auch noch ganz gut und da ich ja hauptsächlich draußen unterwegs bin habe ich den Vorteil, dass meine BMX-Räder mehr Speed durch die Übersetzung bekommen.



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