
Hallo, schön dich hier zu begrüßen.
Ja, wie fange ich denn heute an?
Im letzten Beitrag hatte ich u.a. über meine bevorstehende Knie-OP erzählt und über die Anpassung meines Fuhrparks nach der OP.
Seitdem kam mir die Idee mit dem Dreirad immer wieder in den Sinn.
Der Arzt hatte mir bei dem Vorabtermin zur TEP-OP ja gesagt, dass ich wohl mindestens 3 Monate mit dem normalen Fahrradfahren pausieren müsste, aber fleißig auf einem Heimtrainer trainieren dürfte, denn da gebe es ja keine Sturzgefahr!
Drei Monate sind 12 lange Wochen, oder anders formuliert der doppelte Zeitraum der üblichen Sommerferien.
Wie soll ich das ohne Fahrradfahren überstehen?
Außerdem habe ich keinen Heimtrainer, und die Vorstellung stupide auf so einem Ding herumzuorgeln ist obendrein nicht wirklich verlockend für mich!
Mit einem Dreirad könnte ich den Heimtrainer so gesehen auf die Straße bringen, denn damit ist ja die Sturzgefahr beim Absteigen auch minimiert.
Aufgrund dieser Überlegungen hatte ich mich mal im Internet umgeschaut, wie teuer denn so ein Erwachsenen-Dreirad ist.
Es gibt einerseits extrem billige Dreiräder schon ab unter 200 Euro, aber eben auch hochwertige Dreiräder mit Differenzial auf der Hinterradachse die dann locker das zwölffache der Billigangebote kosten.
Die Billigfahrräder haben meist eine einfache Kettenschaltung, wobei aber nur ein Hinterrad angetrieben wird. Das zweite Hinterrad rollt „leer“ nebenher.
Da ich ja ein bisschen über Fahreigenschaften bei Drahteseln Bescheid weiß, kamen für mich die Billigdreiräder deshalb nicht infrage.
Hier kurz die Erklärung laut KI vom Differenzial für Nicht-Techniker!
Das Differenzial (Ausgleichsgetriebe)
Es ermöglicht den angetriebenen Rädern einer Achse, sich in Kurven unterschiedlich schnell zu drehen, während das Drehmoment übertragen wird. Es gleicht den längeren Weg des äußeren Rads aus, verhindert Reifenverschleiß und Verspannungen im Antriebsstrang.

Die hochwertigen Dreiräder waren mir aber mit 2500 Euro aufwärts viel zu teuer!
Also ab zu den Kleinanzeigen, hier hatte ich dann oft diese Billigdreiräder wiedergefunden, die meist im neuwertigen Zustand sofort nach wenigen Fahrten wieder weiter verkauft wurden, ich kann mir denken warum!
Nach einigem Suchen hatte ich ein Dreirad der Marke Biria entdeckt.
Biria hatte lange Zeit die Deutsche Post mit Postfahrrädern beliefert und dadurch kannte ich diese Fahrradmarke auch.

Das Fahrrad hatte auch noch meine geliebte 7 Gang-Nabenschaltung von Sram mit Rücktrittbremse und auf der Hinterachse war das wichtige Differenzial, womit beide Hinterräder angetrieben werden. Der vordere Teil konnte außerdem noch eingeklappt werden.
Der Preis war mir 190 Euro so günstig wie der von den Billigrädern.




Auf den Fotos war gut zuerkennen, dass auch dieses Dreirad, obwohl es locker 20 Jahre alt sein dürfte, sein Dasein wohl völlig vergessen nur in einer Garage gefristet hatte und so gut wie nie benutzt worden war.
Kurz gesagt neuwertiger Zustand!
Einziger Wermutstropfen war die Entfernung von mindestens 3,5 Autofahrstunden und in der Anzeige war natürlich nur Abholung angegeben.
Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
Nach kurzem Schriftverkehr willigte der nette Besitzer auf meinen Vorschlag ein.
Und so konnte ich eine Spedition beauftragen, das Dreirad in der Ferne abzuholen und zu mir zu bringen.
Das hat super geklappt und die Transportschäden sind zum Glück gering geblieben und beeinträchtigen das Fahren überhaupt nicht.
Die Vorderlampe hatte es erwischt und ein Schutzblech hat jetzt eine Beule.
Macht beides nichts, da die Lampe aufgrund des Alters des Dreirades noch mit Seitenläuferdynamo betrieben wurde. Und die Beule ist einfach nur Optik und so gesehen unwichtig.
Für die Beleuchtung sorgen einfach meine mobilen Fahrradlampen!
Nachdem ich das Dreirad ausgepackt hatte und nötige Einstellungen verrichtet hatte, ging es gleich zum Hardcore-Test den Berg zu den Schafen hoch.
Ich war sehr überrascht, dass ich mit „Hope“ tatsächlich einfacher als gedacht dort hochgefahren war.
Gestern ging es morgens gleich weiter mit der Fahrt zur Arbeit.
Ich war extra etwas früher losgefahren, damit ich mit dem Ungetüm auch pünktlich ankommen würde.
Ich war mit Hope nur minimal langsamer als sonst mit dem blauen Lastesel, mit dem ich meist am Dienstag fahre, um nach Feierabend Einkäufe für meine Eltern zu erledigen.
Hinzu kommt ja auch noch, dass meine eigene morsche Antriebseinheit schon längst nicht mehr die einstigen „PS“ auf die Pedale bringt, wie früher und ich trotzdem an den Anstiegen Hope mit ihren 32 Kilo Gewicht nicht schieben musste!
Natürlich ist so ein Dreirad kein Rennrad und man merkt auf so einem Gefährt, wie seitlich schief so manche Straße ist und auch die Kurven sind etwas abenteuerlich.
Aber man kommt mit so einem Gerät von A nach B und darum geht es ja!
Und was auch noch bestens ist, dass ich das große Ungetüm alleine die Kellertreppen rauf und runter bekomme, ohne mich besonders anstrengen zu müssen.


Meine Überlegungen mit dem Dreirad sind besser in Erfüllung gegangen, als ich es gedacht hatte!
Und der Name „Hope“ kam mir in Zusammenhang mit der Knie-OP in den Sinn.
Ich hoffe, mithilfe von Hope als Rehafahrzeug und Heimtrainerersatz wieder auf die normalen Drahtesel nach den drei Monaten nach der OP wechseln zu können.
Und es gibt noch einen Vorteil, bei zukünftigem Glatteis werde ich mich damit auch nicht so schnell langmachen, als mit den zweirädrigen Drahteseln!
So viel zu der ersten Anpassung meines Fuhrparks als zukünftiges Blechmännchen.
Zum Abschluss kommen noch, die hoffentlich letzten winterlichen Bilder von letzter Woche für diesen Winter vom Ersatzkübel.


Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße
Dagmar
