
Hallo, schön dich hier zu haben!
Haah, endlich, ja endlich gibt es mal positive Nachrichten zu meinem Blechmännchendasein.
Seit der vierten Nacht in Folge krampft das linke Bein nachts nicht mehr und ich kann deshalb auch mal einige Stunden am Stück schlafen.
Zu verdanken habe ich das dem Turbo-Pfau!
Letztes Wochenende war ich bei einem lieben Freund zum Kaffee eingeladen. Die Entfernung zu ihm ist ungefähr 8 Kilometer.
Nach meiner letzten kleinen Testfahrt mit dem Turbo-Pfau war ich wild entschlossen es mal auszuprobieren, ob ich weitere Strecken damit schaffen würde.
Und tatsächlich hatte das geklappt.
Am darauffolgenden Montag hatte ich wieder einen Termin in der Muckibude der Reha-Klinik in Hattingen.
Das Wetter war am Morgen ziemlich frisch gewesen und der Gedanke mit dem Getnixmer zur Muckibude zu fahren, behagte mir gar nicht, da ich eine Stunde lang während der Fahrt in starrer Sitzhaltung dabei langsam eingefroren wäre, trotz warmer Kleidung.

Die Vorstellung, eingefroren und völlig steif in Hattingen anzukommen, brachte mich auf die Idee, es einfach mit dem Turbo-Pfau zu versuchen.
Mehr als das ich irgendwo schlimmsten Falls völlig fertig unterwegs liegen geblieben wäre, konnte ja schließlich nicht passieren.
Glücklicherweise, kam ich munter in der Reha-Klinik an und auch nach der Stunde war ich noch recht lebendig.

Nach einem kleinen Snack in der Cafeteria fuhr ich anschließend wieder nach Hause.
Danach brauchte ich zwar eine Pause auf dem Sofa, aber ich hatte meine Sporteinheit samt Fahrt sehr gut überstanden.
Die Strecke bis nach Hattingen ist immerhin ca. 16 Kilometer lang!

Am darauf folgenden Tag hatte ich mit meiner Schwester und Livia ihrer Hundedame eine kleine Radtour unternommen.
Auch hier hatte ich mit meinem Reha-Dreirad überhaupt keine Probleme, selbst wenn es ziemlich hüglig zuging.

Gestern war wieder die Muckibude und ein Arzttermin beim Orthopäden, beides in fußläufiger Nähe zueinander dran.
Meine allgemeine Tagesform war zwar nicht ganz so gut, bedingt durch das schwüle Wetter, aber es hatte alles trotzdem mit dem Turbo-Pfau geklappt.
Die Gesamtstrecke von 32 Kilometern hin und zurück nach Hattingen ist vergleichbar mit der Wegstrecke zu meiner Arbeitsstelle.
Daraufhin habe ich den Arzt von einer Wiedereingliederung in die Arbeit überzeugen können.
Nächsten Montag werde ich stundenweise wieder in mein altes aktives Leben zurückkehren.
Die OP ist jetzt rund 10 Wochen her.
Juhuuuh, endlich ist es so weit!
Teilweise kann mein näheres Umfeld, diesen Aktionismus nicht nachvollziehen!
Aber ich habe für mich festgestellt, je mehr Ablenkung ich habe, um so weniger bemerke ich die immer noch vorhanden Schmerzen im linken Bein und die Tatsache, dass das Knie immer noch keine vernünftige Streckung hat und ich zu Fuß immer noch humpel, wie der Glöckner von Notre-Dame.
Schmerzmittel verkneife ich mir ja, wegen der blöden Erfahrungen während der Reha.
Zum Glück kann ich wieder wesentlich besser Fahrradfahren als Gehen.
Zu Fuß ist leider immer noch alles extrem beschwerlich und schmerzhaft.
Die Wegstrecke nach Hattingen verläuft entlang des schönen Ruhrtalwegs, das ist nebenbei Balsam für meine Seele, wie du auf den folgenden Bildern sehen kannst!


Einziger Wermutstropfen sind die an der Dürre leidenden Bäume auf den umliegenden Hügeln. Viele von ihnen haben nur noch vertrocknetes Laub an ihren Ästen, wohlbemerkt das ist kein übliches Herbstlaub!
Die Bäume auf den Bildern sind alle groß, und deshalb sicherlich wesentlich älter als ich.
Alles hatten sie bisher überstanden und nun verdursten sie jämmerlich.
Ich hoffe sehr für die Bäume, dass sie die Dürre überleben werden.
Einige Bäume sind auch schon in den letzten Dürrejahren z.B. im Jahr 2018 zum Opfer geworden und bereits abgestorben.
Einfach nur traurig!


Wenn das wirklich so weiter geht, wird sich die Landschaft schon im nächsten Jahrzehnt sehr zum Nachteil verändern.
Und wir werden spätestens dann bemerken, dass wir Bäume in lebendiger Form wertschätzen sollten, anstatt in Echtholzfurnier für Möbel oder in Raummetern gemessen für die Holzwirtschaft etc..
Waldbauern müssten endlich nicht mehr mit toten gefällten Bäumen, sondern mit lebendigen artenreichen Wäldern ihr Geld verdienen können.
Aber dazu müsste man ja althergebrachtes Denken auf den Kopf stellen und da tun wir konservativen Deutschen uns ja nun mal extrem schwer mit!
Man denke da z.B. an unsere verkorkste Bildungspolitik oder ein weiteres Beispiel an die fatale Verkehrspolitik mit kaputten überstrapazierten Brücken und trotzdem immer mehr Autos, darunter viele schwere SUVs auf den Straßen und das gilt nicht nur für Politiker, sondern für jeden einzelnen von uns.
Das nur zum immer noch viel geleugneten oder ignorierten Klimawandel von leider viel zu vielen Leuten.
Wir leiden mit jedem mit, dessen Auto eine Beule bekommen hat.
Aber mit den durstenden Bäumen hat niemand Mitleid, die meisten Menschen bemerken es nicht einmal!
Ich finde das einfach nur befremdlich!

Ich wünsche dir noch einen schönen Tag.
Liebe Grüße
Dagmar
