Penny-Farthing der absolute Wahnsinn!

Hallo ihr Lieben,

jetzt sind die Pferde mit mir endgültig durchgegangen.
Ich habe mir ein so genanntes Penny-Farthing zugelegt.
Der Name Penny-Farthing stammt laut Internet, sozusagen aus dem Größenvergleich zwischen einer großen Penny-Münze, zu einer kleinen viertel Penny-Münze (Groschen), das Ganze in Bezug auf die unterschiedlich großen Räder des Hochrades gesehen.

Jetzt werdet ihr euch vielleicht fragen, wie ich nun wieder auf diese Idee gekommen bin?

Ed Pratt ein junger Engländer ist mit seinem 36 Zoll Einrad, über drei Jahren lang, um die Welt gefahren. In vielen Videos auf Youtube ist seine Weltreise zu sehen.
Als Ed auf seiner letzten Etappe in Schottland war, hatte er bei einem Bekannten übernachtet, der so ein Hochrad besaß.
In einem weiteren Video war Ed bei der Firma vorbeigekommen, bei der er sein Einrad gekauft hatte und von dort ist auch meine Penny hergekommen.
Zum Glück hatte der Brexit noch keine Auswirkung auf meine Bestellung gehabt und ich war überrascht, wie schnell mein Hochrad in einem riesigen Karton bei mir angekommen war.

Jetzt brauchte ich viel Platz um das Riesenrad zusammenbauen zu können, denn immerhin hat das Vorderrad einen Durchmesser von 50 Inch, umgerechnet ist das 1,27 m.
Im Wohnzimmer ging das dann sehr gut.
Der Zusammenbau war mit Hilfe eines Videos wirklich einfach zu erledigen.
Und ruckzuck stand meine Penny auf ihren eigenen Rädern.


Beim Probesitzen im Flur fiel mir auf, dass das Hochrad für mich ein wenig zu groß war. Oder anders formuliert, meine Beine waren für die Sattelhöhe doch ein bisschen zu kurz geraten.
Was tun?
Ich schaute mir den Sattel genauer an und stellte fest, dass er mit richtigen Federn bestückt war und dadurch die Sitzfläche recht hoch über der Befestigungsschiene lag.
Am nächsten Tag besorgte ich mir einen einfachen MTB-Sattel und montierte ihn auf die Penny. Wieder lehnte ich mein Riesenrad im Flur an den Schrank um auszuprobieren, ob die Sitzhöhe nun niedriger geworden war. Und ja, es war schon viel besser, nur verlief jetzt die Sattelfläche nicht mehr waagerecht, sondern schräg nach hinten. Da half nur noch ein Brotmesser, mit dem ich schubs die „Nase“ des Sattels um locker 2 cm abgeschnitten hatte.
Wieder auf der Penny montiert, war dann alles in bester Ordnung.

Für Sonntagmorgen hatte ich dann die Probefahrt angesetzt.
Ich muss gestehen, dass ich am Samstagabend gewisse Einschlafstörungen hatte, weil ich darüber grübelte, ob ich das Fahren auf einem Hochrad überhaupt auf die Reihe bekommen würde, ohne beim Sanitäter zu landen.

Sonntagmorgen
Da ich extra früh aufgestanden war, konnte ich kurz nach der Morgendämmerung unauffällig das Haus verlassen.
Ich schob mein Riesenrad zu einer wenig befahren Straße.
An einer Garagenzeile konnte ich Penny an die Wand lehnen und mit angezogener Handbremse auf sie draufklettern. Ich wollte schön vorsichtig entlang der Garagenzeile rollen und ließ mich für einen kurzen Moment von der Wand los und trat zu heftig in die Pedale und ehe ich noch was machen konnte, wurde ich unsanft von Penny abgeworfen.
Zum Glück war die Wand von den Garagen noch in Reichweite und so ist seitdem nur mein linkes Handgelenk ganz leicht verknackst.


Es musste also ein anderer Übungsort her.
Die Wahl fiel auf einen Schulhof ganz in der Nähe, mit glattem Boden und Wänden für meine nächsten Fahrversuche. Auch hier stellte sich meine Taktig als schlecht heraus, an der Wand langsam entlang zu fahren.
Also versuchte ich mit dem linken Fuß, auf der unteren Fußraste stehend und mit dem rechten Fuß mich vom Boden abzustoßen, um Penny ins Rollen zu versetzen. Leider konnte ich aber durch meine gesundheitlichen Zipperlein an den Kniegelenken, Penny nur in sehr langsames Rollen versetzen. Dadurch blieb mir keine Zeit zum weiteren Aufstieg auf den Sattel übrig.
Mmh, und nun?
Die Lösung war, nach dem Abstoß den rechten freien Fuß auf die Pedale zusetzen, um mit Pedalieren die Rollgeschwindigkeit deutlich zu erhöhen. Und siehe da, ich saß auf einmal auf dem Sattel.
Dann versuchte ich mit den Füßen die sich drehenden Pedale einzufangen um weiter zu pedalieren. Oh ha, dass brachte mich sogleich bedrohlich aus dem Gleichgewicht. Sehr schnell stellte ich fest, warum Penny einen recht breiten Lenker hat. Man muss nämlich gegenlenken, wenn man Gas geben will.
Das bedeutet tritt man zum Beispiel rechts in die Pedale, dreht das Vorderrad abrupt nach links ab, wenn das nicht mit dem Lenker verhindert wird.
Nachdem ich nun der Fahrphysik von Penny auf die Schliche gekommen war, fuhr ich den ganzen Schulhof vergnügt auf und ab und übte noch ein bisschen Kurvenfahren.

Mein Versuch, ein Selfie mit 10 Sekunden Selbstauslöser an der Kamera zu machen, hat nicht so wirklich geklappt.
Immerhin ist auf dem Bild zu sehen, dass Penny tatsächlich eine ganz beachtliche Größe hat.

Anschließend fuhr ich nach Hause.
Ein paar meiner Nachbarn aus meinem Haus, kamen aus dem Staunen kaum heraus, als sie mich sahen.
Schnell wurden gleich noch Aufnahmen mit dem Smarthone gemacht.

Es war sehr schöner und erfolgreicher Vormittag.
Ich freue mich schon auf meine nächste Ausfahrt mit meiner Penny.

Veröffentlicht von rosarote Fahrradkurbel

Von A nach B mit meinen Drahteseln.

8 Kommentare zu „Penny-Farthing der absolute Wahnsinn!

  1. Oh Daggi!!! Wie hat Rainer letzten gesagt:…Du hast zuviel Zeit;)) Beim Anschauen der Bilder tun mir schon alle Knochen weh. Pass bloß auf, dass dir nichst passiert! Penny sieht echt toll aus und ist doch ein Vorfahre unserer heutigen Fahrräder. Du solltest jetzt erstmal keine weiteren You tube-Videos sehen-wer weiss was du noch entdeckst:) 😉 Dein Schwesterchen!

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      1. Hi Brigitte,
        beim Motorrad bin ja leider raus, da ich nach spätetens einer Stunde Fahrt auf so einem Bock, nicht mehr von alleine dort runterkäme. Ich müsste mich dann in Sitzposition dort herunter hieven lassen.
        Durch meine netten Zipperlein in den Gelenken, würde ich mich beim Dauersitzen mit im frischem Fahrtwind in Windeseilel in eine steife Mumie verwandeln :-).

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