Ein Tag Urlaub

Hallo ihr Lieben,

am letzten Montag hatte ich einen Tag Urlaub genommen.
Bei herrlichem Wetter beschloss ich mal für einen Tag Witten und Umgebung hinter mich zu lassen.
Es ist schon eine Ewigkeit her, dass ich mal wo anders her geradelt bin.

Um 8 Uhr ging es los. Mein Ziel war das Schiffshebewerk Henrichenburg.

Kurz nachdem ich losgefahren war viel mir auf, dass ich meinen Kaffeebecher und meine Augentropfen gegen den blöden Heuschnupfen zu Hause vergessen hatte.






Am ehemaligen Opelwerk steht inzwischen ein Baumarkt und ein Denkmal mit einer Opel GT Karosse.


Meine Güte, waren dass Zeiten, als dieses Auto schlichtweg der Hammer war, neben dem Ford Capri, Renault Alpine, Porsche 911, BMW 2002, NSU Prinz und wie sie alle hießen.









Damals in den 70er Jahren war vieles wesentlich unbeschwerter als heute.
Die Unbekümmertheit von damals wünsche ich mir heute oft zurück.
Damals fuhren wir z.B. mit Einmachgummis als Befestigung für unsere Rollschuhe an den Schuhen umher, wenn vorne die Lasche kaputt war und die war meistens kaputt.
Die Mutter von meiner Freundin, war immer ganz begeistert, wenn sie ihre Einmachgummis nicht mehr wieder fand.
Wenn heutzutage ein Kind mit solchen Rollschuhen unterwegs wäre, würden die Eltern wohl gleich eine Sicherheitsbelehrung von allen Seiten bekommen, zumal wir auch noch ohne Helm, Knie- und Ellenbogenschützer gefahren sind- einfach unfassbar aus heutiger Sicht!
Natürlich ist das nicht immer ohne Blessuren einher gegangen, aber so haben wir gelernt richtig einschätzen zu können, wo unsere Grenzen lagen.
Was außerdem noch viel wichtiger war, wir hatten als Kinder jede Menge Spaß, weil wir nicht von morgens bis abends von überbesorgten Erwachsenen beobachtet und analysiert wurden.
Früher waren die Eltern, die oft noch mehr als zwei Kinder hatten froh, wenn sie die „Blagen“ (alte Ruhrpottbezeichnung für Kidis) mal los waren.
Damals durften wir noch Kinder sein und auch mit einem Hauptschulabschluss wurden wir noch nicht als Versager der Gesellschaft angesehen.

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja der fehlende Kaffeebecher.






Im Baumarkt hatte ich mich dann für einen schönen blauen Zahnputzbecher aus Kunststoff entschieden.
Weiter ging es bis zur nächsten Apotheke um das Heuschnupfenmittel zu kaufen.






Irgendwann konnte ich dann von der vielbefahrenen B235 abbiegen und kurze Zeit später war ich am Schiffshebewerk Henrichenburg angekommen.


Von hieraus fuhr ich am Kanal in Richtung Do-Hafen.
Es war wunderschön und oft war ich ganz allein unterwegs.

Neben dem Kanal hatte jemand tatsächlich seine eigene Trapprennbahn und trainierte mit Pferd und Sulky.


Das Frachtschiff Sequana aus Maasbracht kam mir irgendwann entgegengefahren.
Schaut mal ins Internet, das Schiff ist dort in einigen Videos zu sehen.
2019 war wohl das dunkelste Jahr für das Schiff, da damals an Bord ein Feuer ausgebrochen war.


Die Mirage ein weiteres Schiff lag am Ufer fest und wurde be- oder entladen. Der dicke Bug mit den zwei Ankern war schon imposant und deshalb natürlich auch ein Foto wert.

Neben dem Kanal liegt das Naturschutzgebiet „Im Siesack“ was von einer kleinen Herde Heckrindern bewohnt wird.

Das Heckrind ist eine Rückzüchtung aus Hausrindern angelehnt an den Auerochsen.
Die Tiere sind robust und bestens geeignet für die Freilandhaltung ohne viel menschliche Fürsorge.
In Hattingen und auch in Witten gibt es auch Heckrinder in den Ruhrwiesen.
Ich finde solche Projekte sehr schön, so können wir Stadtmenschen mal sehen wie Rinder, also auch unsere Milchkühe eigentlich leben müssten.
Die Kälber sind geborgen bei ihren Müttern im Familienverband und nicht in Einzelhaltung in Kälberbuchten ohne Mama und ohne die Möglichkeit mit ihren Artgenossen herumtollen zu können.
Ich hoffe, dass immer mehr Verbraucher sich Gedanken über ihren Fleisch- und Milchkonsum machen, so dass in Zukunft Landwirte mit wesentlich weniger, aber dafür artgerecht gehaltener Tiere ihr Einkommen sichern können.
Ganz kurz gesagt, wesentlich weniger Fleisch- und Milchverzehr würde uns allen viele Vorteile bringen.

Viel Schiffsverkehr war auf dem Kanal im weiteren Verlauf nicht zu sehen, aber dafür ein paar Gänse.

Kurz danach war ich schon am Do- Hafen angekommen. Hier machte ich erst mal ein Kaffeepäuschen mit meinem schicken Zahnputzbecher.







Danach war ich am Containerhafen entlanggefahren und konnte die großen Kräne bei ihrer Arbeit beobachten.










Vom hübschen alten Hafenamt, was laut Wikipedia 1898 erbaut worden war, musste ich gleich mehrere Bilder machen.
Aus den Jugend-Handballzeiten meiner beiden Jungs kenne ich das Hafenamt, weil in der Halle Nord immer das Handballtraining der Westfalen Auswahl statt fand.
Auch damals, noch im Auto unterwegs, viel mir dieses hübsche Gebäude schon ins Auge.

 




Quer durch Dortmund hindurch kam ich schließlich am Westfalen Stadion vorbei.




Auf einem idyllischen Friedhof machte ich nochmal eine Pause.
Im Atrium des Friedhofgebäudes hatte ich den schönen Teich entdeckt.


Kleiner Tipp am Rande, vor allem für die Mädels unter euch, auf Friedhöfen sind die Toiletten meist in einem guten Zustand. So kann man sich eventuell den Gang ins Gebüsch auf längeren Fahrradtouren ersparen.
Auch Baumärkte haben Toiletten. So nun aber genug damit.

Meine kleine Fahrradtour mit der Düssellady war laut google maps exakt 59,3 Kilometer lang und wunderschön.

Am Dienstag musste ich wieder zur Arbeit.
Natürlich besuchte ich auch wieder Familie Hafenschwan.
Ganz eng zusammengekuschelt schliefen die Schwäne direkt am Hafenufer.

Am Mittwoch waren sie an der gleichen Stelle zu finden und diesemal schon ausgeschlafen.
Leider fehlt inzwischen ein Schwanenkind, es waren nur noch sieben nicht mehr ganz so kleine Wattebäuschen beim Nachzählen.


Zum Glück sind die Elterntiere nicht scheu oder aggressiv zu Menschen und so konnte ich in nur wenigen Metern Entfernung neben ihnen Platz nehmen und bei der ausgiebigen Gefiederpflege zu sehen.
Die Gänse direkt daneben taten das Gleiche, nur der schöne Erpel hatte den Schlaf noch nicht aus.

Mit ein paar weiteren Impressionen von der Ruhr im Morgenlicht wünsche ich euch ein schönes Wochenende

Liebe Grüße Dagmar

uschen.

Veröffentlicht von rosarote Fahrradkurbel

Von A nach B mit meinen Drahteseln.

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