Nach dem Unwetter!

Hallo ihr Lieben,

die letzte Woche verlief nicht ohne die schlimmen Meldungen in den Nachrichten aus den Orten, wo das Unwetter am 14 und 15 Juli besonders hart zugeschlagen hatte.
Die Bilder machen einen einfach nur sprachlos und traurig.
Auch bei uns in Witten kann man jetzt die Schäden überall sehen.

Wo fange ich bloß an?

Nachfolgend zeige ich euch Bilder von Orten während und nach der Katastrophe, dabei habe aus Rücksicht auf die Privatsphäre der betroffenen Leute keine abgesoffen Häuser, Campingplätze usw. fotografiert.

Am Mittwoch den 14 Juli war der Wasserstand der Ruhr schon ziemlich hoch, aber sie war noch in ihrem Flussbett.
Nach der Arbeit hatte ich ein paar Bilder gemacht, weil ich Wasser auch immer wieder faszinierend finde, wenn irgendwelche Wellen dabei zu sehen sind.
Im Vergleich zu morgens war das Wasser schon mit Sedimenten bräunlich verfärbt und die Strömung war schon stärker geworden.
Die kleine Ente hatte Schutz unter der Uferböschung gefunden.

Am Donnerstag öffnete ich wie an jedem Morgen meine Fenster zum Lüften in meiner Wohnung, sofort viel mir der unangenehme Geruch auf.
Es roch nach einer Mischung aus Heizöl, Diesel und Morast, da dachte ich schon, dass da irgendetwas nicht stimmt.
Als ich mit mit der blauen Rappelkiste losfuhr, traute ich meinen Augen nicht, als ich einen mächtigen Erdrutsch sah. Die Feuerwehr oder das THW hatten bereits die Straße wieder freigeräumt. Im Industriemuseum Zeche Nachtigall war noch ein zweiter und größerer Erdrutsch runter gekommen.
Nach ein paar Metern weiter, musste ich dann tatsächlich umdrehen, da die Nachtigallstraße komplett geflutet war. Der Autofahrer auf dem Bild war zwar zunächst ins Wasser gefahren, kam aber zum Glück gleich wieder rückwärts zurück gefahren.

Je länger ich an der Ruhr entlang radelte, kam ich aus dem Gruseln und gleichzeitigem Staunen nicht mehr raus, weil ich noch nie so ein hohes Hochwasser, wie dieses hier in Witten gesehen hatte.
Auf der linken Seite sind die Hochwasserbilder, rechts die gleichen Ort mit abgelaufenen Wasser zu sehen.

Das Wasser hatte sogar in Höhe der Einmündung „Alter Fährweg“ die Herbeder Straße überspült. Für die Autofahrer ging es hier nicht mehr weiter.
Ich hatte die blaue Rappelkiste über einen Zaun hieven können und konnte meine Fahrt auf einem abzweigenden Fußweg zum Glück fortsetzen.


Das Schleusenwärter Häuschen stand auch komplett unter Wasser, zum Glück war es von außen nicht beschädigt worden.
Den Pegelstand kann man noch an der Hauswand sehen, was dort mit der Elektrik und dem Inventar geschehen ist kann man sich ja denken.
Die beiden Hardensteinfähren waren zum Glück nicht von den Fluten losgerissen worden und auch unbeschädigt geblieben.
Auch die „Schwalbe“ unser Flussdampfer hatte zum Glück nichts abbekommen.

Unser Wassergewinnungsgelände war auch komplett abgesoffen, so dass das Wasserwerk kein Trinkwasser mehr für Witten herstellen konnte und wir zum Glück durch einen Wasserspeicher weiter versorgt werden konnten.
Jetzt ist das Wasser wieder weg und damit auch alle Wasserfrösche die morgens sonst immer ein Froschkonzert in den Wasserbecken gehalten hatten.
Frösche können zwar gut schwimmen, aber bei diesen Fluten mit der starken Strömung werden sie wohl jämmerlich ertrunken sein.
Jetzt ist es morgens dort totensstill, das macht mich sehr traurig!

Die nachfolgenden Bilder zeigen, wie viele Bäume, Trümmerteile und Müll jetzt überall an den Ufern entlang der Ruhr angespült wurden.
Auf den ersten Bildern irrt ein Fischreiher zwischen dem Abraum am Ufer herum, schaut mal genau hin, dann könnt ihr euch vorstellen welche Mengen an Unrat die Flut mitgerissen hat.






Nach der Arbeit war ich noch zum Wasserkraftwerk Hohenstein gefahren.
Das nachfolgende Bild zeigt den Standort auf dem Gelände des Ruderclubs Witten, wo ich am Vortag noch das Wehr mit dem leichten Hochwasser geknipst hatte.
Den Ruderclub hat es auch ganz übel erwischt. Auf der Webseite hat der Verein die Bilder der Verwüstung veröffentlicht, einfach nur schlimm!





Das Wasserkraftwerk stand wie ein Bollwerk mitten in der Sintflut.

Unterwegs war ich letzte Woche mit der Düssellady, der blauen Rappelkiste und klein Beauty.
Ich hatte die Fahrräder auch mal als Maßstab benutzt, damit ihr sehen könnt, wie hoch der Hochwasserpegel (braune Färbung der Pflanzen) war und welche Krater das strömende Wasser auf den Wegen hinterlassen hat.

Im Lottental hatte der Starkregen mit seinen Wassermassen einen Teich überlaufen lassen.
Von der starken Strömung wurde ein Teil der Straßenbefestigung weggerissen. An dieser Stelle stand ein kleiner Strauch dessen Knospen ich im Frühjahr mehrfach fotografiert hatte und nun lag er zerzaust am Boden.
Eine einzige Wurzel war nur noch intakt und hatte so verhindert, dass er weggespült worden war.


Was soll ich sagen der Strauch tat mir einfach nur leid, ja ihr dürft jetzt ruhig laut lachen, ich bin so bekloppt.
Am Samstag beschloss ich mit dem blauen Lastesel eine Strauch-Rettung durchzuführen.
Als ich am Hafenbecken vorbei fuhr viel mir eine struppig aussehende Gans auf, die ganz alleine auf der Wiese lag und ein bisschen Gras zupfte. Ich fuhr aber erst mal weiter zu meinem hölzernen Flutopfer.
Mit einer Rosenschere hatte ich die letzte Wurzel durchgeschnitten. Anschließend schnitt ich alle verletzten Äste ab, dadurch wurde der Strauch dann auch transportfähig.
In dem Teich führte ich erst mal eine Notwässerung durch und packte den Strauch dann in die hintere Kiste hinein.


Als ich wieder am Hafenbecken des Staussees angekommen war, saß die Gans immer noch da. Ich sprach zwei Passanten mit Nordic Walking Stöcken an, ob sie mir beim Einfangen der Gans helfen könnten.
Das ganze ging dann recht flott. Die Gans war auch nicht mehr zu nennenswerter Gegenwehr fähig. Als ich sie unter meinen Arm nahm, war ich überrascht, wie leicht sie war. Sie bestand nur noch Haut und Knochen.
Ich packte die arme Maus, eingewickelt in meiner Weste, in die vordere Box vom Lasteselchen und deckte sie mit meiner Tasche mit der großen Lasche zu und fuhr mit ihr zu einen nahegelegenen Tierarzt.
Hier hatte ich auch das schlechte Foto von ihr mit dem Smartphone schnell gemacht.

Die Tierärztin konnte nur noch eine letzte Spritze aufziehen, weil sie schon so schwach war!
Es tat mir unendlich leid, dass ihr nicht mehr geholfen werden konnte!
Ihr wisst ja das ich Gänse total gerne mag.

Danach fuhr ich mit einiger zeitlichen Verzögerung, mit meinem hölzernen Notfall gleich zum Garten durch.
Den Strauch legte ich in eine mit wassergefüllte Schubkarre, damit ich mich erst mal meine immer noch kränkelnde Alma kümmern konnte.

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Danach pflanzte ich den zerfledderten Strauch in meinen Garten ein.
Ich hoffe sehr, das er sich wieder erholt.
Ich muss mal in schlauen Büchern blättern, um was es sich da überhaupt für ein Gewächs handelt.








Bei meiner Lieblingsfamilie Hafenschwan ist leider auch ein Schwanenkind gestorben.
Am Dienstagmorgen hatten sich 2 Jungtiere von der Familie abgesetzt.
Eines von den beiden wirkte schon etwas schwächlich und kniff immer wieder die Augen zu.
Auf dem Bild ist es rechts zu sehen.


Nach der Arbeit als ich wieder am See war, war das Kleine schon nicht mehr bei den anderen.
Ich suchte am Ufer an der Stelle, wo ich morgens das Foto gemacht hatte, leider vergeblich.

Einfach traurig erst das Schwänchen und Samstag noch die Gans.
Ich fürchte es werden noch viele Tiere krank werden.
Für die Wasservögel kommt wohl die eigentliche Katastrophe erst jetzt, sie haben alle seit dem Hochwasser, das stark verschmutzte Wasser getrunken.
Ich hoffe sehr, dass meine Vermutung nicht wahr wird.

Am letzten Donnerstag war ich mit dem Ausmisten meines nassen Schafstalles endlich fertig geworden, meine Gartenhütte ist nur noch feucht, nicht mehr nass.

Die nachfolgenden Bilder, sind alle vor der Katastrophe aufgenommen worden.
Ich war mal wieder u.a. mit Penny unterwegs.
Mit diesen schönen Bildern möchte ich euch nach diesem langen und bedrückenden Beitrag eine schöne neue Woche wünschen.
Allen Flutopfern wünsche ich alles erdenklich Gute und viel Zuversicht!

Liebe Grüße

Dagmar

Veröffentlicht von rosarote Fahrradkurbel

Von A nach B mit meinen Drahteseln.

2 Kommentare zu „Nach dem Unwetter!

  1. Ach Daggi,du hast so ein großes Herz,aber ich glaube ich hätte genau so gehandelt.
    Es ist wirklich sehr traurig was auf deinen Bildern zu sehen ist.Ich habe richtig Angst vor unser Zukunft.
    Wir gehen schlimmen Zeiten entgegen.Ich wünsche dir eine schöne Woche die vielleicht nicht so erschreckend ist wie die letzte.🌻

    Gefällt 1 Person

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