Hausfrauen-Schrauberbude, ja Herschaftszeiten nocheinmal!

Hallo ihr Lieben,

was für eine Woche!
Temperaturen über die 25 °C sind für mich persönlich jenseits des Wohlfühlens angelegt.
Am Mittag auf dem Weg nach Hause wurde ich mehrfach letzte Woche gargekocht, wie in einem Heißluftbackofen.
Für mich ist so ein Wetter eine einzige Tortur, ich frage mich jedes Mal, warum immer dann von schönem Wetter beim Wetterbericht die Rede ist.
Man kann nichts aktiv machen, ohne Auszulaufen, einfach furchtbar!
So nun habe ich mich aber genug über das Wetter ausgelassen.

Die letzte Woche hielt für mich nämlich auch zwei Highlights bereit.

Am 13. November letzten Jahres ( https://rosarotefahrradkurbel.com/2020/11/13/kleine-einradtour-bastelstunde-und-viele-bilder/ ) hatte ich ja die Kette vom grünen Glöckchen kürzen müssen.
Damals hatte ich ja schon angedeutet, dass in absehbarer Zeit hier Neuteile erforderlich werden würden.
Nun war es soweit, letzten Samstag kam das Paket mit einem neuen stylischen Kompletthinterrad, Kettenblatt und Kette bei mir an.





Im Wohnzimmer wurde wieder der Schrauberteppich ausgebreitet und das grüne Glöckchen wurde darauf auf dem Kopf abgestellt.







Wie ihr auf den Bildern sehen könnt passte die Kette inzwischen gar nicht mehr auf das Kettenblatt.

Die Zähne des Kettenblattes waren doch kräftig verschlissen.
Als erstes schraubte ich die Schrauben des Kettenschlosses ab, um die Kette abnehmen zu können.


Auf der Seite des Kettenblattes drehte ich die Schraube der Kurbel ganz raus. Danach machte ich das Gleiche mit der Schraube an der Innenseite des Kettenblattes.  


Die Zähne des Kettenblattes waren teilweise völlig deformiert bzw. abgenutzt und sahen eher wie das Blatt einer Kreissäge aus.


Das Hinterrad war als nächstes dran. Nachdem ich die Luft aus dem Reifen gelassen hatte, damit es durch die Bremsbacken passt, wurden die beiden Achsschrauben jeweils gegen den Uhrzeigersinn gelöst und schubs war es schon raus.

Das mega coole und qualitativ bessere Hinterrad wurde mit neuem Mantel und Schlauch bestückt und in umgekehrter Reihenfolge eingebaut, wobei die Schrauben nur leicht angezogen wurden.
Das neue Ketteblatt und die Kurbelachse schob ich wieder auf die Achse und schraubte beides fest.
Die neue Kette wurde über das Kettenblatt, durch die Hinterradstreben und über das Ritzel gelegt um zu sehen wie lang sie denn sein musste.
Wenn ihr auch mal eine Kette auf Länge kürzen müsst, schaut lieber dreimal nach wo ihr die Bolzen der Kette rausdrehen müsst, einmal zu kurz ist dann wirklich blöd.
Außerdem müsst ihr darauf achten ob ihr die Kette mit einem sogenannten Halfingkettenschloßglied verschließen müsst.

Ein Halfingkettenschloss verbindet ein Innenkettenglied mit einem Außenkettenglied. Verschließt ihr zwei gleiche Kettenglieder braucht ihr das nicht.


Mit einem Kettennieter könnt ihr bequem die Kettenbolzen herausdrehen.
Nachdem ich die Kette geschlossen hatte, wurde das Hinterrad justiert und festgeschraubt.


Noch ein Hinweis für ein herkömmliches Kettenschloss, die offene Seite der Verschlussspange zeigt immer entgegen der Trittrichtung bzw. Laufrichtung der Kette, damit sie sich nicht löst.




Nachdem ich das Hinterrad aufgepumpt hatte, konnte es zur Probefahrt gehen. Als ich losfahren wollte merkte ich dann auch endlich meinen Fehler bei der Montage der Kurbel. Die Kurbel war versetzt zu der anderen angeschraubt. Die Schrauber unter euch haben sich bestimmt schon kaputtgelacht, da ich den Fehler tatsächlich schon mehrfach fotografiert hatte. Ich war einfach geblendet von den schönen neuen Teilen an meinem BMX, so hatte ich das die ganze Zeit übersehen.
Die roten Pfeile zeigen in etwa die richtige Position. Oh mein Gott!

Ja so geht eben Schrauben nach Hausfrauenart- Grundgütiger!
Die Korrektur ging zum Glück schnell und jetzt sieht das grüne Glöckchen doch richtig gut aus. Wenn meine Finanzen es denn zulassen kommt vielleicht irgendwann das passende Vorderrad dazu. Mega cool!

Soviel zu meinem ersten Höhepunkt der letzten Woche.




Am Dienstag kam bei mir ein weiteres und wesentlich größeres Paket an, in ihm steckte mein neues Fahrrad.





Es ist ein Mix aus Gravel- und Citybike mit einer 10 Gang Kettenschaltung, ja tatsächlich mit Kettenschaltung.
Jetzt fragt ihr euch vielleicht, wie ich denn von meinen heißgeliebten Nabenschaltungen abgekommen bin.
Das kam so!





In dem Beitrag vom 22. Mai ( https://rosarotefahrradkurbel.com/2021/05/22/familie-hafenschwan-gansekindergarten-und-ein/ ) hatte ich euch von meiner Testfahrt zu meiner zukünftigen Arbeitsstätte berichtet.
Die Strecke wird von den jetztigen 10 Kilometern auf knapp 17 Kilometer länger werden und führt oft bergauf und dass noch teilweise auf Waldwegen.
Mit BMX Rädern nicht besonders empfehlenswert und mit plumpen Citybikes ziemlich beschwerlich.
Der Hauptgewinn wäre zwar eine Option, jedoch ohne dabei viel Spaß zu haben.
Außerdem traue ich der E-Technik nicht so ganz, wenn es im Herbst nass wird.
Der Hauptgewinn hat außerdem seine Hauptaufgabe als Zugmaschine für meinen Anhänger und dafür ist er wirklich perfekt.


Des Weiteren überholt mich jeden Morgen ein junges Pärchen auf ihren Gravelbikes, scheinbar ohne Mühe fliegen die Beiden jedes Mal an mir vorbei.
Ich hatte sie einen Morgen kurz angesprochen und wir fachsimpelten ein wenig über die Fahrräder.
Natürlich ist mir klar, dass ich auch mit dem besten Fahrrad mit den jungen Leuten wohl kaum mithalten würde, aber sie versicherten mir, dass diese Räder schon einen Vorteil in Sachen Geschwindigkeit haben würden, allein schon wegen des geringeren Gewichts.

Im Internet schaute ich mir dann Gravelbikes mal näher an.
Meistens musste ich schon wegen der ziemlich hohen Preise, weit jenseits der 1500 Euro, passen.
Auch störte mich an den Gravelbikes der Rennradlenker, der für mich Oma dann doch etwas zu unbequem ist.
Bei den meisten Gravelbikes muss man Schutzbleche und Beleuchtung auch noch extra dazu kaufen, beides ist für ein Pendlerfahrzeug sehr wichtig.
Nach weiterem suchen ist mir dann das „Bretzel“ aufgefallen. Es ist genauso, wie ich mir mein Gravelbike vorgestellt hatte.




Das „Breezer Doppler Cafe +“ so heißt das Model eigentlich, hat einen CrMo-Stahlrahmen, eine 10 Gang Gravelschaltung, hydraulische Scheibenbremsen, schöne dicke Reifen, Schutzblecke und Licht.
Es ist für mich die richtige Mischung aus City- und Gravelbike! 






Ich hatte übrigens versucht dieses Fahrrad bei einem Fahrradhändler in Witten zu bekommen, der diese Marke führt, leider musste er absagen, weil er dieses Fahrrad nicht mehr bekommen konnte.
Er empfahl mir schließlich, möglichst schnell im Internet zuzugreifen, was ich dann ja auch tat.
Verrückte Welt!

Beim Zusammenbau hatte ich dann wohl hitzebedingt einen kleinen Dachschaden.

Das Fahrrad hat sogenannte Steckachsen, dummerweise hatte ich das bei dem Versuch die Achse los zu schrauben nicht erkannt.

Ich war davon ausgegangen, dass an beiden Seiten jeweils eine separate Schraube war und so drehte ich beide Seiten schön brav gegen den Uhrzeiger los.
Die Schrauber unter euch bekommen jetzt spätestens einen Lachkrampf.
Ich dachte nämlich, Donnerwetter die sind aber fest angedreht und so hielt ich mit einem zweiten Schraubenschlüssel schön dagegen.
Da ich als weibliches Wesen nicht über Kräfte wie Arnold Schwarzenegger verfüge, ist es nichts Ungewöhnliches, dass ich mich beim Lösen von Schrauben schonmal ins Zeug legen muss.
Ja was soll ich sagen mit einem Mal waren die Schrauben los.

Ja Kruzifix nochmal!


Als ich die Achse herauszog lachte mich ein schön frischer Torsionsbruch (Bruch durch verdrehen) an.
Als oller Werkstoffprüfer wusste ich jetzt warum sich die Schraube nicht lösen ließ, sie hatte nämlich nur auf der einen Seite ein Gewinde.

Jaaah, soviel zum Thema Steckachse!



Mit den Trümmern der Achse fuhr ich zu Fahrrad Fielicke in Witten, natürlich sorgte meine Geschichte dort sofort für ausgelassene Heiterkeit.
Mit zwei Tagen Verzögerung und 30 Euro Lehrgeld konnte ich dann endlich eine kleine Probefahrt machen, die dann zu meiner vollsten Zufriedenheit verlief.
Mit dem „Bretzel“ kann man nämlich hervorragend herumbritzeln.
Das Ding läuft leicht und durchaus flott und sieht dazu noch super aus- perfekt!


Also nochmal eine Steckachse hat nur an einer Seite ein Gewinde, sucht immer die richtige Seite zum losdrehen aus.

Auf dem Bild werde ich immerhin etwas in meiner Unfähigkeit entlastet, weil an der alten Steckachse auf beiden Seiten ein Innensechskantschlüssel gesteckt werden kann, daher auch mein Irrtum.
An der neuen Steckachse ist nur an der richtigen Seite ein Innensechskant zu sehen, sehr sinnvoll!!!

Soviel aus der Hausfrauen-Schrauberbude.

Hinweis: Ich erhalte keinerlei Vorteile bei der Nennung von Marken oder Firmennamen!


Auf dem üblichen Weg zur Arbeit kam ich natürlich bei meiner Lieblingsfamilie Hafenschwan vorbei.
Alle sieben Schwanenkinder waren wohlauf und wieder größer geworden.
Inzwischen erkennt mich die Familie wohl schon, denn sie bleibt völlig entspannt, wenn ich mich nähere, was mich wirklich sehr glücklich macht.

Unterwegs war ich wegen der Hitze meistens schön gemütlich mit der hübschen Düssellady, aber auch mit dem hübsch neu ausgerüsteten grünen Glöckchen.

Mit dem Hauptgewinn, Anhänger und Muni (Mountainbike bei den Einrädern) ging es letzten Sonntag übrigens noch zum Einradfahren quer durch den Wald mit einem lieben Bekannten.
Hier hatte ich dann mehrere Höhenflüge in die Botanik unternommen, während mein Kumpel mit seinem Einrad locker auch steile Berge hinunterfuhr.

Muni fahren ist halt nochmal etwas ganz anderes als auf glattem Untergrund mit dem Einrad zu fahren.
Resultat: viel Spaß mit leichten Blessuren!

Mit weiteren Schnappschüssen wünsche ich euch ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße Dagmar

Veröffentlicht von rosarote Fahrradkurbel

Von A nach B mit meinen Drahteseln.

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