„Mein Freund der Baum…“

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch eine kleine Geschichte erzählen.

Die Überschrift wird die Älteren von euch vielleicht an den Hit aus dem Jahr 1968 von Alexandra erinnern.
Die jungen Leute unter euch können das Lied im Internet anhören. („Mein Freund der Baum ist tot“ 1968, Alexandra einfach bei Google eingeben)
Der Text ist heute leider aktueller als je zu vor!
Die Sängerin Alexandra hatte das Lied selbst geschrieben und war vor allem mit ihrer Wertschätzung für einen Baum ihrer Zeit damit sehr weit voraus – soviel dazu!



Meine Geschichte mit einem Baum hat zum Glück gleich zwei mal ein Happy End.
Eins für mich und eins für einen Baum.
Das Ganze kam so, an einem völlig windstillen November Morgen fuhr ich wie üblich mit einem Drahtesel zur Arbeit.
Zu dieser Jahreszeit ist es im Lottental teilweise stockduster.
Als ich an der dunkelsten Stelle herfuhr, kam plötzlich direkt links neben mir ein unheimlich lautes Geräusch aus dem Wald neben der Straße.
Erst wusste ich gar nicht was das war, im nächsten Moment war das Geräusch von brechenden Ästen zu hören.
Oh ha, dachte ich und hatte schon den Kopf runter gezogen, als ein dumpfer Hammerschlag den Boden erschütterte.
Danach totenstille und ich mit einem Herzkasper vor lauter Schreck!
In der Dunkelheit konnte ich nicht erkennen wo der umgefallene Baum gelandet war und was den dumpfen Aufprall mit der Erschütterung im Boden verursacht hatte.
Nach Feierabend konnte ich sehen was passiert war.
Am Hang neben der Straße hatte sich oben ein Baum direkt an der Wurzel aus dem Boden gelöst und war in Baumkrone eines größeren Baumes gefallen, der unterhalb des Hanges stand.
Die Landung von dem Baum in die Astgabel des anderen hatte den dumpfen Schlag in den Boden verursacht.
Wenn der große Baum den andern nicht aufgefangen hätte, wäre das für mich nicht gut ausgegangen.


Seit diesem Tag fuhr ich bestimmt 2 Jahre lang jeden Morgen an meinem hölzernen Lebensretter vorbei und beobachte, wie er sich immer mehr mit der Last seines umgefallenen Kameraden zur Straße neigte.


Irgendwann meldete ich das einer Polizeistation, worauf allerdings nichts geschah.












In diesem Frühjahr, nach mehren Stürmen, nahm die Neigung der verunfallten Bäume zur Straße hin beängstigend zu und auch Äste waren aus der Krone inzwischen heruntergefallen.


Nachdem ich die Gefahr dann im „Bürger Echo“ Bochum online zweimal gemeldet hatte, waren eines Tages tatsächlich zwei Forstarbeiter vor Ort und hatten die verunfallten Bäume gefällt.
Zu meiner großen Freude hatten sie meinen Lebensretter nicht ganz abgesägt, sondern ihm einen ca. 3 Meter hohen Stumpf gelassen.

Und siehe da, nach kurzer Zeit kamen überall frische kleine Zweige wieder aus dem Stamm.
Seitdem freue ich mich jeden Morgen darüber, das ich ihm aus seiner misslichen Lage indirekt durch die Forstarbeiter auch helfen konnte, nachdem er für mich seinen umgestürzten Kumpel aufgefangen hatte.
So viel zu meinem Freund dem Baum.


Natürlich gab es in dieser Woche auch wieder einiges, was ich unbedingt mit meiner Kamera knipsen musste.
Die schöne Libelle auf den Bildern hatte wohl vorher einen Autounfall und konnte leider nicht mehr fliegen.
Die Verletzungen die sie davon getragen hatte, könnt ihr bei genauer Betrachtung der Bilder auch erkennen – sehr schade um ein so schönes Tier!

Bei meiner Lieblingsfamilie ist zum Glück dagegen alles weiterhin im Lot.
Die Kleinen sind schon ziemlich groß und manchmal verteilt sich die Familie schon großräumig im Hafenbecken.
Die kleine Schwäne wissen sich inzwischen auch schon gegen zu aufdringliche Gänse selbst zu helfen.


Auf dem Parkplatz der Uni habe ich letzte Woche dieses putzige Miniauto entdeckt.
Es ist laut Internetseite des Herstellers mit einem kleinen Dieselmotor ausgestattet und verbraucht wohl nur je nach Motorauswahl 2,5 bis 3,5L/100 km.
Vielleicht ist so ein Vehicle für Kurzstrecken eine Alternative zu den E-Autos, denn E-Autos haben sicherlich in ihrer Herstellung einen wesentlich schlechteren CO2 – Wert, als dieses kleine Auto!


Am Samstag hatte ich Christi von meiner Schwester nach Hause geholt.

Der Grund hierfür war eine Testfahrt von Ramona mit ihrem Münsterländer Balu.
Die Testfahrt mit Balu verlief genauso gut, wie die damals mit Bonnie und meiner Schwester (rechts Bild).
Vielen Dank Ramona, dass ich die Bilder für diesen Beitrag verwenden darf.

Die kleine Buche in dem Abflussloch einer Mauer diente mir gleich mehre Male in der letzten Woche als Fotomodell.
Die Bilder sind Hausaufgaben aus einem Online-Fotokurs, den ich zur Zeit besuche.
An einem Morgen auf dem Weg zur Arbeit hatte ich die Fotolampe vergessen mit zunehmen.
Als Alternative musste mein mobiles Fahrradrücklicht herhalten, deshalb erstrahlt die kleine Buche auf den Bildern auch im Rotlicht.


Zum Schluss möchte ich euch einen schönen Sonntag und eine gute nächste Woche wünschen.




Liebe Grüße
Dagmar

Glücksmomente hinter der Kamera

Hallo ihr Lieben,


ich hoffe ihr hattet eine schöne Woche.
Ich für meinen Teil kann überhaupt nicht klagen, während ich das hier schreibe, wird im Radio gerade über die aktuelle Lage der Flutopfer berichtet.
Ich wünsche den Betroffenen weiterhin viel Kraft und Zuversicht.



Was habe ich da für ein Glück, dass ich mich einfach nur mit insgesamt 144 Bildern von letzter Woche beschäftigen darf, um diesen Beitrag zu schreiben.

Am letzten Sonntag war ich mal wieder mit meinem Öko-Mobil am Ufer der Ruhr unterwegs, um möglichst viele Plastikteile aus dem angeschwemmten Treibgut abzusammeln.
Es war schon recht mühselig bis die zwei Müllsäcke voll waren.
Leider war es wieder nur ein winziges Tröpfchen auf dem heißen Stein, was dieses Müllproblem angeht, frei dem Motto „besser als nichts“!

In den darauffolgenden Tagen ist dann meistens morgens auf dem Weg zur Arbeit die Knipseritis bei mir ausgebrochen.

Besonders hatte ich mich über die Begegnungen mit unseren Mitlebewesen gefreut.

Das kleine Reh stand in einiger Entfernung auf einer Wiese.
Durch die Zweige eines Baumes konnte ich ein paar brauchbare Bilder machen.

Der Graureiher stand unbeweglich wie eine Säule am Ufer.

Natürlich ist auch Familie Hafenschwan wieder mit dabei.

An einer hübschen Blütendolde sind mir die Bienchen und Hummel in die Linse geflogen.

Eine Taube hatte sich auf das Balkongeländer gesetzt und wohl auch die Aussicht genossen.
Aus meinem Fenster (Arbeitsstelle) konnte ich die Schnappschüsse machen.

Ein richtig ganz großen Glückmoment hatte ich dann am Freitag in der Mittagszeit, als ich über eine Fahrradbrücke am Stausee fuhr.
Unter der Brücke sonnte sich eine stattliche und wunderschöne Ringelnatterdame, die mindestens einen Meter lang war.
Die Männer sind bei den Ringelnattern laut Wikipedia und Co höchstens nur so um die 80 cm lang.

Ringelnattern kann man auch gut an ihren Knopfaugen mit den runden Pupillen erkennen, sie haben dadurch einen netten Gesichtsausdruck.
Bei Kreuzottern zum Beispiel sind die Pupillen schmale senkrecht angeordnete Schlitze, dadurch haben sie eher einen grimmigeren Gesichtsausdruck.

Ein paar etwas chaotische Portraits habe ich euch noch von Johanna, Kolina und Lui zusammengestellt.
Somit sind die Tiere schon mal abgearbeitet.

Weiter geht es mit den wunderschönen Sonnenaufgängen von letzter Woche.
Die Natur hatte für mich immer wieder eine herrliche Kolisse aus Farben, Dunst und Lichteinflüssen geschaffen.

Auch sonst habe ich meist im Morgenlicht einiges Schönes entdecken können.

Die winzige Buche im Abflussloch einer Mauer war mir bisher noch gar nicht aufgefallen.

Unterwegs war ich mit dem grünen Glöckchen.
Am Dienstag hatte ich leider auf der Rückfahrt einen Plattfuß und war nach einem einstündigen Fußmarsch dann endlich zu Hause.

Die Düssellady kam passend zu dem schönen Wetter auch mal wieder an die frische Luft.






Ich wünsche euch viel Spaß am letzten Ferienwochenende und eine gute neue Wochen.

Liebe Grüße
Dagmar





„verrückte Laterne“

Oh wie schön…

Hallo ihr Lieben,

wieder ist eine Fahrradwoche vorbei.

Die Tage sind wegen der Sonnenwende schon spürbar kürzer geworden. Noch kann ich ohne Licht am Fahrrad zur Arbeit fahren.
Das schöne daran ist, dass ich jetzt wieder jeden Morgen in den Sonnenaufgang radeln kann.
Am letzten Dienstag hatte ich dabei besonders viel Glück!
Ein kleiner Regenschauer war gerade dabei weiterzuziehen und die ersten Sonnenstrahlen des Tages kamen am Horizont hoch.
Das Ergebnis war ein Regenbogen, der zur meiner Überraschung bestimmt 5 Minuten lang zu sehen war.
Als ich aus dem Haus kam machte ich gleich ein paar Bilder und fuhr dann mit allem was aus der blauen Rappelkiste an Geschwindigkeit herauszuholen war zur Nachtigallbrücke.


Und hier sind dann die nachfolgenden Bilder mit dem Regenbogen entstanden.
Nur wenige Augenblicke danach war der Zauber dann auch vorbei.
Was für ein Glücksmoment!

Auch auf den darauffolgenden Tagen gab es schöne Motive im Morgenlicht.


Unterwegs war ich Morgens neben der schon erwähnten blauen Rappelkiste auch mit meinem 36er Einrad. Weil der Morgenhimmel an diesem Tag etwas triste war, musste das Einrad eben etwas Abwechselung ins Bild bringen.


Klein Beauty hatte sogar am Donnerstag einen Sondereinsatz, erst Morgens zur Arbeit.
Als Nächstes ging es Vormittags mit dem Kleinbus von meinem Arbeitskollegen zu einem Ortstermin hin.
Klein Beauty passte dort perfekt in den Kofferraum hinein, ohne das die Sitze umgeklappt werden mussten.
Ein großes Schadensteil aus Stahl musste in einem Metallbetrieb beim Auftrennen fotografiert werden.
Nach dem Fototermin ging es dann von dort aus (Hattingen) in den Feierabend.
Ein BMX hat also auch noch ungeahnte Vorteile, weil es so schön klein ist, ähnlich wie ein Klapprad- perfekt!




Auf der Rückfahrt ist mir dieser Baum noch aufgefallen, der ganze Stamm war auf einer Seite sehr stark beschädigt. Ob da mal ein Blitz eingeschlagen war?
So eine Beschädigung hatte ich bisher noch nicht gesehen, trotzdem war die Baumkrone noch gut mit grünem Laub ausgestattet – unglaublich!

Bei den Hafenschwans ist übrigens zum Glück weiterhin alles in Ordnung.
An einem Morgen konnte ich zwei Schwäne beobachten die sich gleichzeitig elegant aber auch bedrohlich immer wieder umkreisten.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass einer der Schwanenherren Papa Hafenschwan war, der sein Brutrevier, das Hafenbecken immer noch vor fremden Schwänen für seine Familie frei hält.
Die restliche Familie Hafenschwan hielt sich nämlich in der Nähe des Geschehens auf.
Leider hatte ich nicht mehr viel Zeit und musste weiter fahren.
Das anmutige Schauspiel hätte ich mir gerne noch weiter angesehen.

Bei den Gänsen sind jetzt schon viele Teenies flügge geworden.
Ganze Flugschulen heben morgens schon ab, natürlich mit lautem Geschnatter.
Es ist einfach immer wieder ein schöner Anblick, der leider nicht ganz einfach zu fotografieren ist!




Ich wünsche euch ein schönes und entspanntes Wochenende.

Liebe Grüße
Dagmar

Huch, das ging aber schnell!

Hallo ihr Lieben,

die letzte Fahrradwoche ist bei mir gefühlt wie im Flug vergangen, ohne das es dafür eine Begründung gibt.
Es gibt auch gar nicht so viele Bilder wie sonst üblich, weil ich teilweise auch noch meine Kamera und das Smartphone vergessen hatte mitzunehmen.
Zum Beispiel ist die Fahrt mit dem Elektroschrott zur Müllumladestation ist nicht dokumentiert.
Irgendwie verrückt!

An der Ruhr hat sich zum Glück die Lage beruhigt und auf den Bildern kann man kaum mehr etwas von der Katastrophe von vor zwei Wochen erahnen.


Besonders hat mich der Anblick der Nilgansfamilie mit ihren noch sehr kleinen Gänsekindern erfreut.
Ich bin immer wieder überrascht, wie die Tiere alles so wegstecken und unbeirrt einfach weiter machen.


Auch bei meiner Lieblingsfamilie Hafenschwan ist zum Glück bisher kein weiterer Krankheitsfall aufgetreten, was mich natürlich besonders glücklich macht.
Die Kleinen kommen schon langsam in die Pubertät.
Der Höcker auf der Schnabeloberseite ist schon erkennbar, schaut mal genau hin.


Am letzten Donnerstag hatte ich mein blaues Lasteselchen wieder zum Müllmobil umfunktioniert.
Dieses mal hatte ich mir das Treibgut, was überall am Ufer der Ruhr von der Flutwelle hängen geblieben ist vor genommen.
In dem Treibgut sind unzählige mehr oder weniger kleine Plastikreste zu finden.
Ich werde wohl in der nächsten Woche noch öfter dort hinfahren, denn es ist einfach extrem viel Müll, was sich zwischen den angespülten Pflanzenresten befindet.
Es ist eine Mammutaufgabe die Ufer der Ruhr wieder sauber zu machen.
Meine Müllsammelei ist so gesehen nicht mal „ein winziges Tröpfchen auf dem heißen Stein“, aber immerhin besser als nichts.

In dem Bild in der Mitte:
Schöne Grüße an den Radsportler, der seinen Schlauch einfach in die Botanik geworfen hatte.
Ein paar Meter weiter stand ein Mülleimer!


Unterwegs war ich unter anderem auch mal wieder mit meinem stylischen Bretzel


Mit ein paar entspannten Bildern möchte ich euch ein schönes Wochenende und eine gute nächste Woche wünschen.


Besondere liebe Grüße möchte ich allen Flutopfern senden, für die die Tragödie wohl noch viele weitere Monate anhalten wird.
Verliert bitte nicht den Mut!

Mit einem Nachtrag von vorletzter Woche, einem Potrait von einer hübschen Schnecke, möchte ich mich für heute von euch verabschieden.

Liebe Grüße
Dagmar

Nach dem Unwetter!

Hallo ihr Lieben,

die letzte Woche verlief nicht ohne die schlimmen Meldungen in den Nachrichten aus den Orten, wo das Unwetter am 14 und 15 Juli besonders hart zugeschlagen hatte.
Die Bilder machen einen einfach nur sprachlos und traurig.
Auch bei uns in Witten kann man jetzt die Schäden überall sehen.

Wo fange ich bloß an?

Nachfolgend zeige ich euch Bilder von Orten während und nach der Katastrophe, dabei habe aus Rücksicht auf die Privatsphäre der betroffenen Leute keine abgesoffen Häuser, Campingplätze usw. fotografiert.

Am Mittwoch den 14 Juli war der Wasserstand der Ruhr schon ziemlich hoch, aber sie war noch in ihrem Flussbett.
Nach der Arbeit hatte ich ein paar Bilder gemacht, weil ich Wasser auch immer wieder faszinierend finde, wenn irgendwelche Wellen dabei zu sehen sind.
Im Vergleich zu morgens war das Wasser schon mit Sedimenten bräunlich verfärbt und die Strömung war schon stärker geworden.
Die kleine Ente hatte Schutz unter der Uferböschung gefunden.

Am Donnerstag öffnete ich wie an jedem Morgen meine Fenster zum Lüften in meiner Wohnung, sofort viel mir der unangenehme Geruch auf.
Es roch nach einer Mischung aus Heizöl, Diesel und Morast, da dachte ich schon, dass da irgendetwas nicht stimmt.
Als ich mit mit der blauen Rappelkiste losfuhr, traute ich meinen Augen nicht, als ich einen mächtigen Erdrutsch sah. Die Feuerwehr oder das THW hatten bereits die Straße wieder freigeräumt. Im Industriemuseum Zeche Nachtigall war noch ein zweiter und größerer Erdrutsch runter gekommen.
Nach ein paar Metern weiter, musste ich dann tatsächlich umdrehen, da die Nachtigallstraße komplett geflutet war. Der Autofahrer auf dem Bild war zwar zunächst ins Wasser gefahren, kam aber zum Glück gleich wieder rückwärts zurück gefahren.

Je länger ich an der Ruhr entlang radelte, kam ich aus dem Gruseln und gleichzeitigem Staunen nicht mehr raus, weil ich noch nie so ein hohes Hochwasser, wie dieses hier in Witten gesehen hatte.
Auf der linken Seite sind die Hochwasserbilder, rechts die gleichen Ort mit abgelaufenen Wasser zu sehen.

Das Wasser hatte sogar in Höhe der Einmündung „Alter Fährweg“ die Herbeder Straße überspült. Für die Autofahrer ging es hier nicht mehr weiter.
Ich hatte die blaue Rappelkiste über einen Zaun hieven können und konnte meine Fahrt auf einem abzweigenden Fußweg zum Glück fortsetzen.


Das Schleusenwärter Häuschen stand auch komplett unter Wasser, zum Glück war es von außen nicht beschädigt worden.
Den Pegelstand kann man noch an der Hauswand sehen, was dort mit der Elektrik und dem Inventar geschehen ist kann man sich ja denken.
Die beiden Hardensteinfähren waren zum Glück nicht von den Fluten losgerissen worden und auch unbeschädigt geblieben.
Auch die „Schwalbe“ unser Flussdampfer hatte zum Glück nichts abbekommen.

Unser Wassergewinnungsgelände war auch komplett abgesoffen, so dass das Wasserwerk kein Trinkwasser mehr für Witten herstellen konnte und wir zum Glück durch einen Wasserspeicher weiter versorgt werden konnten.
Jetzt ist das Wasser wieder weg und damit auch alle Wasserfrösche die morgens sonst immer ein Froschkonzert in den Wasserbecken gehalten hatten.
Frösche können zwar gut schwimmen, aber bei diesen Fluten mit der starken Strömung werden sie wohl jämmerlich ertrunken sein.
Jetzt ist es morgens dort totensstill, das macht mich sehr traurig!

Die nachfolgenden Bilder zeigen, wie viele Bäume, Trümmerteile und Müll jetzt überall an den Ufern entlang der Ruhr angespült wurden.
Auf den ersten Bildern irrt ein Fischreiher zwischen dem Abraum am Ufer herum, schaut mal genau hin, dann könnt ihr euch vorstellen welche Mengen an Unrat die Flut mitgerissen hat.






Nach der Arbeit war ich noch zum Wasserkraftwerk Hohenstein gefahren.
Das nachfolgende Bild zeigt den Standort auf dem Gelände des Ruderclubs Witten, wo ich am Vortag noch das Wehr mit dem leichten Hochwasser geknipst hatte.
Den Ruderclub hat es auch ganz übel erwischt. Auf der Webseite hat der Verein die Bilder der Verwüstung veröffentlicht, einfach nur schlimm!





Das Wasserkraftwerk stand wie ein Bollwerk mitten in der Sintflut.

Unterwegs war ich letzte Woche mit der Düssellady, der blauen Rappelkiste und klein Beauty.
Ich hatte die Fahrräder auch mal als Maßstab benutzt, damit ihr sehen könnt, wie hoch der Hochwasserpegel (braune Färbung der Pflanzen) war und welche Krater das strömende Wasser auf den Wegen hinterlassen hat.

Im Lottental hatte der Starkregen mit seinen Wassermassen einen Teich überlaufen lassen.
Von der starken Strömung wurde ein Teil der Straßenbefestigung weggerissen. An dieser Stelle stand ein kleiner Strauch dessen Knospen ich im Frühjahr mehrfach fotografiert hatte und nun lag er zerzaust am Boden.
Eine einzige Wurzel war nur noch intakt und hatte so verhindert, dass er weggespült worden war.


Was soll ich sagen der Strauch tat mir einfach nur leid, ja ihr dürft jetzt ruhig laut lachen, ich bin so bekloppt.
Am Samstag beschloss ich mit dem blauen Lastesel eine Strauch-Rettung durchzuführen.
Als ich am Hafenbecken vorbei fuhr viel mir eine struppig aussehende Gans auf, die ganz alleine auf der Wiese lag und ein bisschen Gras zupfte. Ich fuhr aber erst mal weiter zu meinem hölzernen Flutopfer.
Mit einer Rosenschere hatte ich die letzte Wurzel durchgeschnitten. Anschließend schnitt ich alle verletzten Äste ab, dadurch wurde der Strauch dann auch transportfähig.
In dem Teich führte ich erst mal eine Notwässerung durch und packte den Strauch dann in die hintere Kiste hinein.


Als ich wieder am Hafenbecken des Staussees angekommen war, saß die Gans immer noch da. Ich sprach zwei Passanten mit Nordic Walking Stöcken an, ob sie mir beim Einfangen der Gans helfen könnten.
Das ganze ging dann recht flott. Die Gans war auch nicht mehr zu nennenswerter Gegenwehr fähig. Als ich sie unter meinen Arm nahm, war ich überrascht, wie leicht sie war. Sie bestand nur noch Haut und Knochen.
Ich packte die arme Maus, eingewickelt in meiner Weste, in die vordere Box vom Lasteselchen und deckte sie mit meiner Tasche mit der großen Lasche zu und fuhr mit ihr zu einen nahegelegenen Tierarzt.
Hier hatte ich auch das schlechte Foto von ihr mit dem Smartphone schnell gemacht.

Die Tierärztin konnte nur noch eine letzte Spritze aufziehen, weil sie schon so schwach war!
Es tat mir unendlich leid, dass ihr nicht mehr geholfen werden konnte!
Ihr wisst ja das ich Gänse total gerne mag.

Danach fuhr ich mit einiger zeitlichen Verzögerung, mit meinem hölzernen Notfall gleich zum Garten durch.
Den Strauch legte ich in eine mit wassergefüllte Schubkarre, damit ich mich erst mal meine immer noch kränkelnde Alma kümmern konnte.

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Danach pflanzte ich den zerfledderten Strauch in meinen Garten ein.
Ich hoffe sehr, das er sich wieder erholt.
Ich muss mal in schlauen Büchern blättern, um was es sich da überhaupt für ein Gewächs handelt.








Bei meiner Lieblingsfamilie Hafenschwan ist leider auch ein Schwanenkind gestorben.
Am Dienstagmorgen hatten sich 2 Jungtiere von der Familie abgesetzt.
Eines von den beiden wirkte schon etwas schwächlich und kniff immer wieder die Augen zu.
Auf dem Bild ist es rechts zu sehen.


Nach der Arbeit als ich wieder am See war, war das Kleine schon nicht mehr bei den anderen.
Ich suchte am Ufer an der Stelle, wo ich morgens das Foto gemacht hatte, leider vergeblich.

Einfach traurig erst das Schwänchen und Samstag noch die Gans.
Ich fürchte es werden noch viele Tiere krank werden.
Für die Wasservögel kommt wohl die eigentliche Katastrophe erst jetzt, sie haben alle seit dem Hochwasser, das stark verschmutzte Wasser getrunken.
Ich hoffe sehr, dass meine Vermutung nicht wahr wird.

Am letzten Donnerstag war ich mit dem Ausmisten meines nassen Schafstalles endlich fertig geworden, meine Gartenhütte ist nur noch feucht, nicht mehr nass.

Die nachfolgenden Bilder, sind alle vor der Katastrophe aufgenommen worden.
Ich war mal wieder u.a. mit Penny unterwegs.
Mit diesen schönen Bildern möchte ich euch nach diesem langen und bedrückenden Beitrag eine schöne neue Woche wünschen.
Allen Flutopfern wünsche ich alles erdenklich Gute und viel Zuversicht!

Liebe Grüße

Dagmar